Präventionsmaßnahmen – Hatha Yoga

Gut Ding will Weile haben. Seit 2008 begleite ich Yogagruppen – immer ist das oberste Ziel die Entspannung und der Stressabbau. Bis zum 15.07.2015 war es jedoch so, dass die Krankenkassen meine Hatha Yoga-Angebote als Präventionsmaßnahme abgelehnt haben. Begründung: Mein Angebot entspricht nicht dem Präventionsleitfaden. Und dieser besagte bisher, dass

  1. der Anbieter eine Ausbildung in einem staatlich anerkannten Gesundheitsberuf abgeschlossen haben musste (alternativ musste ein Pädagogik-Studium vorliegen)
  2. der Anbieter eine Zusatzqualifikation in der angebotenen Methode, hier: Hatha Yoga, haben musste. Für Yoga musste diese Ausbildung mindestens 500 Stunden umfasst haben.

Letzteres konnte ich seit 2012 problemlos vorweisen. Ich habe eine zertifizierte Ausbildung mit über 730 Ausbildungsstunden nach den Richtlinien des BDY e.V. (Bund deutscher Yogalehrenden bzw. der europäischen Yogaunion). Dies ist derzeit die umfassendste Yogaausbildung im europäischen Raum überhaupt. Möglicherweise kann man sogar sagen, es sich um die qualitativ hochwertigste Ausbildung handelt. Leider war es aber so, dass ich den ersten Punkt nicht erfüllte, da ich „nur“ eine staatlich anerkannte Prüfung in einem Gesundheitsberuf (Heilpraktikerin für Psychotherapie) habe. Eine offiziell anerkannte Ausbildung existiert für diesen Beruf – noch! – nicht. Die Ausbildung und Prüfungsvorbereitung erfolgt an Privatschulen, die alle ihre eigenen Curricula erstellen. Und so zeigte es sich über die Jahre, dass einige kleinere Krankenkassen sich als kulant gegenüber ihren Versicherten erwiesen und anteilig die Kursgebühr erstatteten, die großen Kassen jedoch oftmals nicht.

Im vergangenen Herbst kochte es auf der Mitgliederversammlung des Bundes der deutschen Yogalehrenden dann hoch. Kein BDY-Lehrer wollte mehr das diskriminierende Verhalten der Zentrale Prüfstelle für Präventionskurse (ZPP) hinnehmen. Und so bekam der Vorstand den Auftrag ins Gespräch mit den Ersatzkassen und der ZPP zu treten, mit dem Ziel eine Lösung für die hochqualifizierten BDY-Lehrer zu finden. Und diese Lösung gibt es nun!

Der Präventionsleitfaden wurde mit Wirkung zum 15.07.2015 geändert. Er sieht nun das Folgende vor: Der Anbieter muss

  1. (irgend-) eine staatlich anerkannte Berufsausbildung abgeschlossen haben (alternativ irgendein Studium)
  2. 200 sog. Kursleiterstunden nachweisen, wenn er keine Berufsausbildung in einem Gesundheitsberuf hat
  3. eine Zusatzqualifikation in der angebotenen Methode vorweisen (Yogalehrerausbildung mit mindestens 500 Ausbildungsstunden).

Und dies bedeutet – Tommelwirbel 😉 -, dass meine Angebote mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit nun anerkannt werden, da ich alle geforderten Punkte erfülle. Das ganze Prozedere hat viel Zeit, Telefonate und Papier gekostet. Doch seit dem 28.07.15, 20:00 Uhr, liegen meine Herbstkurse der ZPP nun zur Prüfung und hoffentlich baldigen Freigabe vor. Dies bedeutet für alle Teilnehmer, dass die jeweilige Krankenkasse einmal jährlich einen Kurs bezuschusst: 80% oder max. 80 EUR werden i.d.R. von der Krankenkasse übernommen, nachdem die entsprechende Teilnahmebestätigung eingereicht wurde. Sobald die Anerkennung der eingereichten Kurse erfolgt ist, gebe ich dies hier in einer kurzen Meldung bekannt….